Elektrosmog und Gesundheit

Barbara Newerlas Blog zu den Themen Gesund wohnen – Gesund Leben – Gut schlafen

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Netzwerkfestplatte mit WLAN

Juni 19th, 2012 · 6 Kommentare

Frühjahr 2012, bisher war die Welt in Ordnung. Mit allen Mitbewohnern unseres Hauses hatten wir Lösungen bezüglich ihrer Nutzung der Funktechnik gefunden, die ihre und unsere Bedürfnisse erfüllten. Dann zog unsere langjährige Nachbarin aus und neue Mieter ein – Jung, technikbegeistert. Schnurlostelefon und WLAN gehören zum Standard. Wir schenkten ihnen ein schickes Telefon von Swisscom, sie waren kooperativ und wir dachten damit hat sich die Sache wieder erledigt.

Zuerst war auch alles gut. Dann wieder ein Signal, mindestens so stark wie zuvor, auf der Frequenz eines DECT-Telefons. Wir suchten wieder das Gespräch, vielleicht war das Telefon nicht richtig konfiguriert, oder hatten sie doch ihr altes wieder in Betrieb? Mit dem Messgerät gingen wir auf die Suche, unsere Nachbarn schon leicht genervt, steckten alles aus: PC, Telefon, alle anderen Geräte, bis wir sie fanden: eine schicke Time Capsule 3 TB Festplatte von Apple mit WLAN/WiFi.

Sie kann von mehreren Computern, Druckern, Handys, Tablets und allen anderen WLAN/WiFi-fähigen Geräten per Funk genutzt werden. Alle Daten, Filme oder Musik können theoretisch damit an entsprechend ausgerüstete Endgeräte wie Lautsprecher, Fernseher u.a. übertragen werden. Eigentlich toll – alles auf einer Festplatte und überall im Empfangsbereich verfügbar ohne lästige Kabel zu legen. Toll, wenn da nicht die extreme Strahlung wäre.

Zumindest das Apple Modell strahlt sehr intensiv (wie übrigens auch alle anderen Apple Geräte extreme Strahlenschleudern sind) und viel stärker als ein normaler WLAN-Router, auch wenn keinerlei Daten übertragen werden. Zusätzlich zur in der Gerätebeschreibung angegebenen WLAN Strahlung (2,4 und 5 GHz), sendet das Gerät auch auf den Frequenzen von DECT-Telefonen (1,88-1,92 GHz) und wirkt so wie die stark strahlende Basisstation eines schnurlosen Telefons.
Im „Kleingedruckten“ der Betriebsanleitung und ausschließlich auf Englisch gibt Apple eine Mindestdistanz von 20 cm zu den Antennen der Festplatte an, damit geltende Grenzwerte nicht überschritten werden. Der Grenzwert in Deutschland beträgt für diese Frequenzen 10.000.000 µW/cm². Zum Vergleich: Baubiologische Empfehlungen für den Arbeitsplatz bewegen sich zwischen 1-10 µW/cm². Wenn man davon ausgeht, dass der Grenzwert bei einem Abstand von 20 cm erreicht wird, bleiben bei 40 cm Abstand immer noch 250.000 µW/cm². Das reicht zum Beispiel aus, um die Blut-Hirn-Schranke zu öffnen (Saalford Studie 2003) und ist für einen Ort, an dem man sich mehrere Stunden aufhält wesentlich zu viel. Bei unserem Nachbarn steht das Ding auf dem Schreibtisch in ca. 30 cm Entfernung.
Rechnen Sie sich aus, was geschieht, wenn Sie die Strahlung Ihres WLAN-Routers und Ihres Schnurlostelefons dazu addieren. Ganz davon abgesehen, wenn Sie dann noch Ihren WLAN-Router mit einem UMTS-Stick ins Netz bringen. Dann schaffen Sie es locker auch die deutschen Grenzwerte zu sprengen.

Natürlich kann man die Festplatte auch mit Kabel betreiben. Leider konnten wir aber bisher nicht herausfinden, ob sich der Sender abschalten lässt. Einen Schalter am Gerät mit dem man das Signal nach Bedarf an- und abschalten kann, gibt es zumindest nicht. Im Gegensatz zum Beispiel zur „Wireless Space“ von LaCie.

Schöne neue Welt, zugegeben faszinierende Möglichkeiten, aber zu welchem Preis? So gut wie alle Studien weisen massiv auf Gefahren hin.

Für uns wird es jetzt jedenfalls teuer. Wir werden abschirmen, denn die Festplatte unserer Nachbarn läuft Tag und Nacht. Ihre beiden PCs stehen ca. 2 Meter entfernt von einander, ein LAN-Kabel wäre kein Problem, aber eben ziemlich altmodisch. Direkt darüber unser Wohnzimmersofa und nicht weit davon das Zimmer unserer Tochter und ihr Schlafplatz. 100 bis 300-fach über dem baubiologischen Grenzwert ist mir zu viel.

Tags: Allgemein · WLAN

6 Antworten bis jetzt ↓

  • 1 Der Mensch // Dez 8, 2012 at 20:24

    Woher meinen Sie zu wissen, dass sich die Strahlen addieren?

  • 2 admin // Dez 11, 2012 at 14:47

    Das ist ganz einfach Mathematik, bzw. Physik. Genauso wie 1 Meter + 1 Meter = 2 Meter sind, sind 5 V/m + 5 V/m = 10 V/m. Rein praktisch kann man es mit einem geeigneten Hochfrequenzmeßgerät messen. Mißt man in einem Raum, in dem ein Schnurlostelefon und ein WLAN in Betrieb sind bekommt man einen der Gesamtstrahlung entsprechenden Meßwert. Schaltet man eines von beien aus sinkt der Wert entsprechend.

  • 3 Günter // Aug 8, 2013 at 19:48

    Ich bin ein technischer Mensch der ebenso denk wie Sie. Der Artikel erschein mit sehr interessant. Gern würde ich zu Ihnen direkt Verbindung aufnehmen und mich darum über Ihre Emailadresse freuen.
    Die meinige ist Günter.Finsterbusch{at}t-online.de.
    Danke und beste Grüße
    Günter

  • 4 admin // Aug 9, 2013 at 12:07

    Können Sie gerne machen. Meine E-mail findet sich im Impressum.

  • 5 Umgang der Mobilfunkindustrie mit kritischen Wissenschaftlern | Elektrosmog im Schlafzimmer // Dez 5, 2013 at 13:22

    […] Netzwerkfestplatte mit WLAN […]

  • 6 admin // Dez 19, 2013 at 18:48

    Herr oder Frau Aha mit der e-mail Adressse xxx@xxx.de ist anscheinend lieber anonym unterwegs bei ihren Kommentaren…das mag ich eigentlich nicht so gerne. Wer hier kommentiert, sollte eigentlich auch dazu stehen. Eine Stellungnahme zum wirklich leider sehr schlecht recherchierten und einseitig tendenziösen Zeiartikel gibt es schon hier auf dem Blog: http://www.elektrosmog-und-gesundheit.de/2013/09/elektrosmog-in-der-wochenzeitung-die-zeit/
    Richtig: Jeder sollte sich sein Bild machen, dazu gehört aber unter Umständen etwas mehr als nur den Zeitartikel zu lesen. Da muss man wohl schon etwas tiefer einsteigen und verschiedene Quellen bemühen.

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